logode

Joomla Slide Menu by DART Creations
Aufruf zum Ersten Mai 2011: Den Migranten Würde geben PDF Drucken E-Mail

AUFRUF ZUM ERSTEN MAI
DEM INTERNATIONALEN TAG DER ARBEITER
2011: Den Migranten Würde geben

 

Ob man Opfer einer Erdbeben-, Flut-, und Nuklearkatastrophe ist, wie derzeit zahllose Menschen in Japan, ob man als junger Mensch keine Zukunftsperspektive sieht, wie in verschiedenen arabischen Ländern, oder ob wegen politischer Unterdrückung das Leben unerträglich wird, wie in der Elfenbeinküste und in vielen anderen Ländern: es gibt zahlreiche gute Gründe, sein Herkunftsland zu verlassen und Aufnahme woanders zu suchen.


Die Menschen, die dies tun, machen sich ihre Entscheidung niemals leicht. Sie bedeutet die Trennung von Familienangehörigen und Freunden und vielen vertrauten Lebensumständen, die einen bis zu dem Moment, wo man das eigene Land verlässt, dort gehalten haben. Diese Entscheidung ist oft der Tausch von etwas Unerträglichem gegen etwas zutiefst Unsicheres.

 

 

Wer sein Land verlässt, um woanders eine würdige Perspektive zu suchen, muss Unberechenbares wagen, begibt sich ohne verlässliche Informationen in die Hände von Unbekannten, die vielfach das Leid, den Druck und die Unkenntnis derer, die ihr Land verlassen wollen, ausnutzen und ausbeuten.
Wer diesen Schritt wagt, überwindet oft gefährliche Grenzen, setzt Leib und Leben bei riskanten Schiffstransporten aufs Spiel, verbringt oft Wochen und Monate in Kälte und Gefahr, durchquert unbekanntes Gebiet, stets in der Sorge um das eigene Leben und die schutzlose Habe, die sie bei sich führen. All das nach dem Schrecken eines Unglücks, eines jahrelangen unwürdigen Lebens am Existenzminimum oder nach unausstehlichem politischem Druck, mit Folter und Bedrohungen für die eigenen Angehörigen.

Viele Menschen, die aus diesen berechtigten Gründen ihr Land verlassen wollen, kommen niemals dort an, wo sie sich ein besseres Leben erhoffen. Sie sterben auf gefährlichen Reisen, werden ausgeraubt und sind gezwungen zurückzukehren. Für diejenigen, die im Aufnahmeland ankommen, ist die Qual meist noch lange nicht zu Ende. Sie warten entweder in Lagern auf ihre Registrierung oder Abschiebung, oder sie müssen - für die Behörden unsichtbar - im Land leben.

In den allermeisten Fällen sind sie gezwungen, schlecht entlohnte Beschäftigungen anzunehmen, die vielfach gesundheitsschädlich und mühsam sind. Sie leben in ungesunden und isolierten Gemeinschaftsquartieren, für die sie überteuerte Mieten zahlen, ohne ausreichenden Kontakt zu ihren Angehörigen und bekommen Geringschätzung und Abneigung in ihrer Umgebung zu spüren. Dies sind nur einige Stationen des diskriminierenden und schmerzhaften Leidensweges, den viele Migranten/innen und Flüchtlinge täglich in unserer Welt gehen.

Diese Menschen sind keine Kriminelle oder Ausbeuter, wie viele Regierungen uns glauben machen wollen. Sie sind Arbeiter, die ums Überleben kämpfen. Diesen Menschen sollen in diesem Jahr unsere Aufmerksamkeit und unsere Solidarität am Tag der Arbeit gelten. Sie zählen zu den Schwächsten in der globalisierten Gesellschaft, billige Arbeitskräfte und verschiebbares Beschäftigungspotential, damit in den reichen Ländern die Preise niedrig und die Profite hoch bleiben.

"Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan" (Mt 25,40). Diesem Wort Jesu fühlen sich die Bewegungen der WBCA heute mehr denn je verpflichtet. In diesem Sinne treten sie in vielen Ländern der Welt zusammen mit und in Gewerkschaften und sozialen Organisationen, aber auch mit Migranten/innen für die Verbesserung ihrer Lebenssituation sowohl in ihren Herkunfts-, als auch in ihren Aufnahmeländern ein.

Den „geringsten Brüdern“ zu helfen bedeutet, für gerechten Lohn, geregelte und würdige Aufenthalts-, Lebens-, und Arbeitsbedingungen zu kämpfen und für politische, wirtschaftliche und soziale Zustände im Herkunftsland zu sorgen, die ein lebenswertes Leben dort ermöglichen.

Es geht aber auch darum, Bewusstsein in den Ländern, in denen Migranten/innen und Flüchtlingen ankommen und Aufnahme finden, dafür zu schaffen, dass sie einen hohen menschlichen Wert bedeuten. Ihre Arbeit gehört anerkannt, das Kennenlernen und Zusammenleben schafft Bereicherung für Alle.

Wir rufen daher alle Bewegungen der WBCA und alle diejenigen, die diese Botschaft erhalten, dazu auf, sich für ein würdiges Leben von Migranten/innen und Flüchtlingen einzusetzen und sich gegen ihre Diskriminierung und Ausbeutung zu wenden.

"Ich war fremd, und ihr habt mich aufgenommen": dieses Wort aus der Frohen Botschaft soll der WBCA, ihren Bewegungen und denjenigen, die dieser Botschaft gegenüber aufgeschlossen sind, in diesem Jahr zentraler Auftrag sein, damit Migranten/innen und Flüchtlinge überall auf der Welt gerecht und menschlich behandelt werden und gastfreundliche Aufnahme finden.

Das Generalsekretariat der WBCA
 
Google bookmarkTwitterFacebook

Tous droits réservés - MMTC 2011
124, Boulevard du Jubilé - 1080 Bruxelles - Belgique - Web Management - Informations légales